West-Alpen 2021

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Vor 17 Jahren bin ich zum ersten und bisher letzten Mal die Ligurische Grenzkammstrasse gefahren. Also wird es Zeit, mit der in letzter Zeit etwas unterforderten KTM diese Herausforderung mal wieder anzugehen. Auf dem Hin- und Rückweg gibt es natürlich noch die eine oder andere Strecke, die es wieder bzw. neu zu entdecken gilt.

Geplant sind rund 7 Tage im September. Theoretisch auch etwas länger, wenn das Wetter mitspielt…

Tag 1

Auf der ersten Etappe ist Ausdauer gefragt. Autobahnfahrten machen mit dem Einzylinder überhaupt keinen Spass. Aber so komme ich am schnellsten bis Luzern. Am Brienzer See nehme ich die Kantonsstrasse am nördlichen Seeufer, da die A8 aktuell saniert wird und ich nicht schon wieder ewig im Stau stehen möchte.

Bei der Fahrt durch den Lötschbergtunnel (Ticket 19 CHF) kann sich mein Hintern ein wenig entspannen. Anschliessend geht es auf fast direktem Weg nach Martigny. Auf der Fahrt zum Grossen St. Bernhard bin ich fast alleine unterwegs. Auch auf der Passhöhe ist wenig los. Wenig später muss ich leider feststellen, dass die Vibrationen des Motors den Bildstabilisator des am Lenker befestigten iPhones gekillt hat. Weitwinkelaufnahmen gehen nicht mehr. Da iPhone wandert ab sofort in den Tankrucksack, bevor noch mehr kaputt geht. Sch… Qualität zum exorbitanten Preis. 🙁

Da ich wenig Lust auf Berufsverkehr in Aosta habe, entschliesse ich mich für die Autobahn. Der Kassenautomat an der Mautstation will 11,40 € von mir für die 30 Kilometer Richtung Mont Blanc. Die spinnen, die Römer Italiener!

Über den Kleinen St. Bernhard erreiche ich am frühen Abend La Rosière und und das Hotel Le Relais du Petit Saint-Bernard. Während ich ein schönes Zimmer mit Aussicht bekomme, übernachtet das Motorrad in der Garage. Zum Abschluss des Tages geniesse ich ein sehr guten Abendessen im Restaurant des Hotels.

Tag 2

Beim Frühstück kommt mir die Idee, den Tag direkt auf Schotter zu beginnen. Oberhalb von La Rosière liegt ein altes Fort. Ich habe nur spontan keine Idee, wie man da hoch kommt. Also folge ich einfach mal dem Vorschlag des Navis und komme bis zur Talstation des Fort-Lifts. Ein guter Anfang, aber eigentlich will ich zum anderen Ende des Lifts.

Das klappt dann auch, indem ich einfach ein paar Wege ausprobiere und schliesslich am Fort Redoute Ruinée auf rund 2.400 m stehe und auf die Passhöhe des Kleinen St. Bernhard hinunterschaue. Hinunter geht es auf einem anderen Weg, bei dem ich am Ortseingang ein Sperrschild entdecke. Hier hätte ich also nicht hochfahren dürfen. Bei meiner Variante der Auffahrt stand nirgendwo ein Schild.

Dann geht es zügig weiter. Zunächst geht es runter ins Tal, ich bin ja noch fast auf dem Kleinen St. Bernhard. Dann besorge ich mir noch Verpflegung für den Tag in Val d’ Isère und fahre hinauf zum Col de l’ Isèran. Hier ist schon der Bär los, sodass ich schnell weiter fahre.

Auf dem Col du Mont Cenis ist es viel ruhiger, dafür sieht das Wetter auf der italienischen Seite nicht so toll aus. Laut Wetterbericht soll es aber trocken bleiben. Also schnellstmöglich hinunter nach Susa und weiter nach Salbertrand.

Die Auffahrt zum Monte Jafferau ist mit der KTM ziemlich einfach. Nur der Abstecher zum Pramand ist in schlechtem Zustand. Die zahlreichen 4×4-Fahrzeuge scheinen der alten Weg förmlich unter den Reifen zermahlen zu haben. Hier bin ich froh, ein 140 kg leichtes Motorrad unter mir zu haben. Der Tunnel, der vor ein paar Jahren eingestürzt, dann gesperrt und jetzt wieder saniert freigegeben ist, stellt kein Problem dar. Und zum Glück habe ich keinen Gegenverkehr. Die restlichen Kilometer bis zum Jafferau sind bequemes Endurowandern.

Da ich heute theoretisch noch zum Colle Sommeiller rauf möchte, nehme ich den Weg über die Skipiste hinunter nach Bardonecchia. Diese Variante kenne ich bisher nicht und ich bin gespannt, was da auf mich zu kommt. Der Weg ist relativ steil und sehr sandig. Zwischendurch überhitzt meine Hinterradbremse und ich muss eine Pause einlegen. Das Wasser aus dem Trinkrucksack kühlt die Bremse wieder auf Betriebstemperatur hinunter.

Als ich in Bardonecchia ankomme, ist es bereits 16 Uhr und ich bin ein wenig k.o. Ich verzichte dieses Mal lieber auf den Sommeiller. Um aber nicht zu früh in meinem Quartier in Sauze d’Oulx anzukommen, fahre ich über Cesana Torinese nach Sestrière,  dann auf der Zufahrt zur Assietta-Kammstrasse zum Colle Basset und hinunter nach Sauze d’Oulx.

Ich checke im Hotel Chalet del Sole ein und muss leider erfahren, dass das Restaurant geschlossen ist. Daher mache ich mich nochmal auf den Weg in den Ort und besorge mir das Abendessen im Supermarkt.

Tag 3

Das Wetter sieht beim Frühstück nicht so toll aus. Es nieselt, vereinzelt kann man hinter den Wolken aber auch die Sonne erahnen. Ich fahre also zunächst wieder rauf zum Colle Basset, um zu schauen, wie es dort aussieht. Im Notfall kann ich ja nach Sestriere runter. Oben auf dem Pass stecke ich zwar mitten in den Wolken, aber die Sichtweite ist ganz o.k. und die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass es nicht so staubt wie gestern am Jafferau.

Ein wenig Hoffnung habe, dass ich irgendwo auf der Kammstrasse die Wolkendecke durchbreche, so wie es bei den letzten Befahrungen war. Leider erfüllt sich die Hoffnung nicht, aber trotzdem lohnt sich die Befahrung. Wenn man nicht durch Landschaft abgelenkt wird, kann man sich besser auf die Strecke konzentrieren. 😉 Vereinzelt treffe ich andere Motorradfahrer und auch eine Gruppe 4x4er ist unterwegs. Aber es hat genug Platz für alle. Am Ende der Strecke fahre ich nicht direkt ins Tal, sondern nehme die Strasse zum Fort Serre Marie.

Wieder unten im Tal folge ich der Hauptstrasse raus aus den Bergen. In der Poebene ist es warm und sonnig. Aber die Strassen machen wenig Spass. Deshalb beschliesse ich, einen Umweg über den Colle di Sampeyre zu machen und eventuell ein Stück der Varaita-Maira-Kammstrasse zu fahren. Im Varaita-Tal wird aber schnell klar, dass Richtung Frankreich Regen in den Bergen hängt. Auf der Passhöhe ist der Nebel so dicht, dass ich keinen weiteren Gedanken an die Kammstrasse verschwende. Über die allmählich verfallende Strasse durch die Elva-Schlucht erreiche ich das Maira-Tal und fahre wieder raus aus den Bergen. Die Maira-Stura-Kammstrasse auf den benachbarten Bergen würde bei dem Wetter auch keinen Sinn machen.

Die letzten Kilometer bis Limone Piemonte gehen über die einsame SS20. Normaleerweise läuft hier der Grenzverkehr von und nach Frankreich. Da der Tende-Tunnel wegen eines Unwetter im Oktober 2020 auf unabsehbare Zeit unpassierbar ist, fährt hier kaum jemand. So ist es auch im direkt an der Hauptstrasse gelegenen Hotel Edelweiss in Limone Piemonte angenehm ruhig.

Das Motorrad übernachtet in der geräumigen Garage des Hotels und ich nach einem guten Abendessen in einem netten Zimmer mit Ausblick auf die Berge, in denen ich morgen rumtreiben werde.

Tag 4

Da ich gestern verpennt habe zu tanken, muss ich noch kurz runter in Dorf zur nächsten Tankstelle und dann am Hotel vorbei zum Tende-Pass. Auf der Passhöhe scheint die Sonne zwischen vereinzelten Wolken hindurch. Das Wetter für die Befahrung der Ligurischen Grenzkammstrasse (kurz LGKS, offiziell Alta Via del Sale) ist optimal.

Nach dem obligatorischen Besuch des Fort Central und der zugehörigen Kaserne fahre ich zur Mautstelle, die an der Bergstation des Cabanaira-Lifts errichtet wurde. Da ich mein Ticket (15 €) bereits im Vorfeld online bestellt habe, muss ich nur den 4stelligen Reservierungs-Code vorzeigen und bekomme meine Tageskarte.

Die Strecke zeigt sich in sehr gutem Zustand. Am Col de la Boaire hatte ich damals ein paar Probleme mit dem losen Schotter und ich nehme mir vor, die Kurve dieses Mal deutlich eleganter zu meistern. Prompt haben 3 Italiener ihre Motorräder genau in der Kurve abgestellt und machen Pause auf der Mauer. Daneben steht ein Landrover, der dort wartet, um mich vorbei zu lassen. Nett, aber eigentlich hat es für mich gar keinen Platz mehr. Trotzdem wurschtel ich mich irgendwie durch. Elegant ist das aber ganz sicher nicht.

Den Rest der Strecke geniesse ich in vollen Zügen. Die Sonne scheint, es ist relativ warm und die KTM rollt entspannt über den teilweise groben Schotter – was will man mehr? Irgendwann ist die Baumgrenze erreicht und der Weg wird erdiger und rutschiger. Jetzt bin ich froh, dass ich mit der KTM auf Stollenreifen unterwegs bin statt auf der BMW mit grobem Strassenprofil. An der südlichen Mautstation besorge ich mir frischen Wasser (0.5l für 1€), da das Wasser in meinem Trinkrucksack zu stark nach Plastik schmeckt. (Aber vielleicht muss ich ja mal wieder eine Bremse kühlen.)

Auf dem südlichen mautfreien Teil der LGKS steuere ich den Monte Saccarello und das Erlöserdenkmal an. Über den Passo Tanarello umfahre ich den Monte Saccarello schliesslich auf der Westseite, anstatt wie damals den Umweg über Briga Alta zu nehmen. Dieses Stück des Weges in äusserst grob geschottert und geht richtig in die Knochen. Das letzte Stück hinunter nach Pigna ist wieder bequem zu fahren und am Colla Melosa beginnt wieder der Asphalt. Zeit, wieder Luft in die Reifen zu pumpen.

Nun stellt sich die Frage nach dem heutigen Ziel. Schliesslich entscheide ich mich, Richtung Frankreich zu fahren, da ich dort in den nächsten Tagen noch ein paar Schotter-Strecken fahren möchte. Das Roya-Tal scheidet aufgrund der Zerstörungen aus, die Côte d’ Azur ist zwar schön, aber auf die Hotels dort habe ich wenig Lust. Letztendlich entscheide ich mich für das von mir schon oft besuchte Campanile in Grasse-Chateauneuf.

Zunächst muss ich aber runter an die Küste und über die Grenze. Da es dort unten ziemlich heiss ist, der Verkehr nur schleppend läuft und die KTM ziemlich heiss wird, flüchte ich spontan Richtung Sainte-Agnès und geniesse sowohl die kühleren Temperaturen und die schöne Aussicht auf die Küste. Als ich dann doch auf die Autobahn wechsle, stehe ich prompt im Stau. Nachdem ich den Nizza-Stau erfolgreich absolviert habe, wird auf Infotafeln schon der Cannes-Stau angekündigt. Also runter von der Autobahn.

Bis Chateuneuf sind es nur noch ein paar Kilometer und kurz darauf beziehe ich mein Zimmer im Hotel. Zum Abschluss des Tages geniesse ich ein leckeres Abendessen im Hotel-Restaurant.

Tag 5

Am Morgen bin ich zunächst auf der Radstrecke des Ironman Nizza unterwegs, der übermorgen stattfinden wird, aber schon entsprechend ausgeschildert ist. Es sind extrem viele Radfahrer hier unterwegs. Bevor es auf die erste Schotterpiste geht, tanke ich in Entrevaux voll und beschaffe mir Proviant für den Tag.

Von Annot aus geht es zunächst auf einer schmalen asphaltierten Strasse zum Colle Basse. Die folgende Schotterpiste über den Col de l’ Iscle nach Allons ist nicht besonders schwierig und bietet auch keine landschaftlichen Highlights, macht aber trotzdem Spass. Ein paar Kilometer weiter im Verdon-Tal wage ich mich auf eine weitere Schotterpiste. Ein paar Felsbrocken auf dem Weg sorgen dafür, dass keine Autos hier durchkommen. Und der Weg langsam immer schlechter und die Gegend immer einsamer wird, entscheide ich mich schliesslich, wieder zurück zu fahren. Diese Strecke werde ich mal probieren, wenn ich nicht alleine unterwegs bin.

Eine letzte Schotterstrecke für heute führt von Blieux nach Saint-Jurs. Das erste Drittel der 36 km langen Strecke sind zum Teil sehr grobschottrig und ich fürchte, dass die ganze Strecke so sein wird. Aber nach rund einem Drittel, kurz vor Majastres, gibt es sogar ein kurzes asphaltiertes Stück. Anschliessend geht es auf einer Naturstrasse zügig vorwärts. Ich hatte ein wenig Hoffnung, auf den 1.905 m hohen Berg Chiran fahren zu können, aber die Zufahrt ist gesperrt.

Von Saint-Jurs fahre ich auf direktem Weg nach Digne-Les-Bains, wo ich mich im Kyriad-Hotel einquartiere und nach einem guten Abendessen früh ins Bett gehe. Ich möchte morgen etwas früher los als an den letzten Tagen.

Tag 6

Früh losfahren hat den Nachteil, dass es noch sehr kalt sein kann. Warum hat die KTM eigentlich keine Griffheizung? Ich brauche 2 Stunden für die 110 km bis Bayasse auf der Nordseite des Col de la Cayolle.

Die Schotterpiste zum Col de la Moutière bin ich schon mehrmals in die Gegenrichtung gefahren, bergauf geht es jetzt zum ersten Mal. Die Strecke lässt sich gut fahren, auch wenn es zwischendurch recht grob wird und die eine oder andere Kehre ziemlich ausgewaschen ist. Lange Zeit habe ich die Cime de la Bonette vor mir und ich überlege, ob ich noch kurz einen Abstecher dahin machen soll. Diese Idee erledigt sich, als ich kurz vor dem Col de la Moutière in Richtung Bonette abbiegen möchte. Ein Schild sagt mir, dass die Strecke zum Bonette heute von 10 bis 14 wegen einer Veranstaltung gesperrt ist. Es ist gerade kurz vor 11 Uhr. 🙁

Ich möchte heute noch unbedingt den Col du Parpaillon fahren und habe eigentlich keine Lust, hier stundenlang zu warten. Ich möchte aber auch nicht die gleiche Strecke wieder zurück fahren. Daher fahre ich vom Moutière zunächst hinunter ins Tinée-Tal. Die Strasse steht schon lange auf meiner ToDo-Liste, ist aber eher unspektakulär. Auch bei der Einmündung in die Hauptstrasse steht ein Schild mit Hinweis auf die Sperrung. Was also tun?

Die erste Idee, über den Col de la Couillole und Valberg zum Col de la Cayolle, gefällt mir nicht wirklich. Die zweite Idee ist besser. Ich fahre über den Col de la Lombarde und den Col de Larche nach La Condamine-Chatelard. Ohne den Umweg stände ich jetzt noch immer auf der anderen Seite des Bonette.

Die Zufahrt zum Parpaillon geht zunächst auf einfacher Naturstrasse durch den Wald. Die Holzbrücke an der Baumgrenze, wo ich beim letzten Mal von einem Bauern beschimpft wurde, ist mittlerweile baufällig. Es gibt eine neue Alternative. Mit zunehmender Höhe wird der Weg grober, ist aber durchgehend gut zu befahren. Die Hangrutschungen der Vergangenheit sind gut ausgebessert. Die Fahrt durch den Tunnel geht problemslos. Er ist nass und matschig, aber komplett eisfrei. Auf der Westseite fahre ich ohne grossen Pause hinunter ins Tal.

Mir fehlt noch ein Quartier für die Nacht. Eigentlich wollte ich wieder in La Rosiére übernachten, aber durch die Sperrung des Bonette bin ich spät dran. Briancon ist für heute zu nah und für morgen zu weit von zu hause entfernt. Schliesslich reserviere ich ein Zimmer im Campanile Grenoble Université. Aber bis da sind es noch über 100 km. Ich nehme den Weg über Briancon und den Col du Lautaret. Es ist nicht die schnellste Route, aber sicher die mit der schöneren Landschaft.

Gegen 19:30 Uhr komme ich im Hotel an und erfahre, dass das Restaurant leider geschlossen ist. Ich kann aber ein Pizza haben, die ich auch gerne annehme. Zusammen mit dem einen oder anderen Bier reicht das für einen schönen Abend vollkommen aus. Nur die Mücken auf der Terrasse stören…

Tag 7

Eigentlich soll heute der letzte Tag der Tour sein. Aber der für morgen angekündigte Regen hat sich verzogen, sodass ich notfalls auch morgen noch trocken nach Hause kommen kann.

In meiner Wegpunktsammlung schlummert seit Jahren ein Punkt oberhalb von Alpe d’ Huez, der Lac Besson. Und da ich quasi in der Nähe bin, ist das mein erstes Ziel am heutigen Vormittag. Die Serpentinen hinauf nach Alpe d’ Huez sind kein besonderes Vergnügen. Es sind einfach zu viele LKW unterwegs. Vor dem Beginn der Ski-Saison müssen schliesslich noch Hotels gebaut und renoviert werden. Der Weg zum Lac Besson ist einfach zu finden und der Abstecher dahin lohnt sich wirklich. Es ist schön hier.

Nächster Halt ist der Col du Glandon. Auf der Fahrt dorthin überhole ich Massen von Radfahrern, die dann auch die Passhöhe bevölkern. Ich mache lieber weiter unten ein kurze Pause. Dann geht es direkt weiter zum Col de la Madeleine. Auch hier das gleiche Bild: alles voller Radfahrer.

Leider finde ich in Aime-la-Plagne nicht die vom Navi versprochene Tankstelle. Es gab wohl mal eine, aber die hat dauerhaft geschlossen. Und ohne neuen Sprit möchte ich nicht Richtung Cormet d’ Arèche hochfahren. Die nächste Tanke finde ich in Bourg-Saint-Maurice. Ich verzichte auf die Rückfahrt nach Aime und damit auch auf die Cormet d’ Arèche, sondern fahre direkt zur Cormet de Roselend.

In Beaufort habe ich ein wenig Mühe, den Abzweig zum Col du Joly zu finden. Schliesslich stehe doch auf dem Pass, der heute ungewohnt gut besucht ist. Statt der gewohnten Schotter-Piste ins Tal zu folgen, nehme ich den Weg, an dem ein Schild offiziell die Befahrung genehmigt. Besser hätte ich den anderen genommen, der ist in meiner Erinnergung nicht so holprig und ausgewaschen. An der Bergstation des Montjoie-Lists komme ich wieder auf die gewohnte Strecke und rolle gemütlich runter ins Tal.

Über Chamonix komme ich schliesslich wieder zurück in die Schweiz und quartiere mich im Hotel Campanile in Martigny ein. Zum Abendessen gibt es ein Sandwich von der Tankstelle. Für einen Restaurantbesuch bin ich zu müde.

Tag 8

Für das heutige Frühstück habe ich mir einen speziellen Ort ausgesucht. Aber vorher sind noch ein paar Kilometer zu fahren. Von Martigny fahre ich über den Col du Lein nach Verbier und weiter Richtung Col du Croix de Coeur. Statt zur Passhöhe fahre ich zuerst zum Tête de Savoleyres. Hier, in 2.372 Metern Höhe, geniesse ich das Tankstellen-Sandwich mit 360-Grad-Aussicht auf Aiguille d’ Argentière, Grand Combin und viele andere imposante Berge.

Von Frankreich ziehen schnell Wolken heran und ich mache mich auf den Heimweg. Wie vor einer Woche nehme ich den Zug durch den Lötschberg-Tunnel, weiche der Baustelle auf der A8 aus und komme gut durch Luzern. Erst kurz vor dem Ziel nötigt mich ein Stau zum Verlassen der Autobahn und ich kurve durch die Ausläufer von Zürich, immer auf der Suche nach einer Strasse, in der der Verkehr nicht stockt. Um 17:30 Uhr bin ich endlich zu Hause.

Nachwort

Von den insgesamt rund 2.500 Kilometer waren 270 km Schotterpisten und Naturstrassen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Das iPhone wird kostenlos von Apple repariert. Nach Schilderung der Symptome kam direkt die Frage: Fährst Du Motorrad? Es scheint also ein bekanntes Problem zu sein, dass der Bildstabilisator den Vibrationen von Motorrädern nicht gewachsen ist. Um künftig dieses Problem zu vermeiden montiere ich ein zusätzliches Dämpfungselement an meiner QuadLock-Halterung.

Das Gepäcksystem von Enduristan funktioniert hervorragend. Es macht genau das, was es soll: es nimmt ausreichend Gepäck auf und man bemerkt es nicht beim Fahren. Besonders die passend geformten Innentaschen haben sich als sehr praktisch erwiesen.

Und am wichtigsten: Die KTM sollte viel häufiger so artgerecht bewegt werden…